„Ich muss nach Rom; in unser Städtchen
kehr ich aufs Jahr mit Ruhm zurück;
nicht weinen; sieh, geliebtes Mädchen,
ich mach in Rom mein Meisterstück.“ [1]
An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war das Gelände der Villa Strohl-Fern in Rom, in der Nähe der Gärten der Villa Borghese, Haus für zahlreiche KünstlerInnen, SchriftstellerInnen und DichterInnen, die dort für kürzere Zeiträume lebten und im Kontakt mit der Natur Inspiration für ihre Arbeit fanden. So zeichnete sich dieser Ort in Rom zwischen 1879, dem Jahr der Errichtung der Villa Strohl-Fern und ihres Gartens auf Wunsch von Alfred Wilhelm Strohl, und 1927, dem Todesjahr des elsässischen Künstlers und Mäzens, durch eine reiche künstlerische Produktion aus.
Strohl hatte nicht nur die Idee einer Villa im Park. Für die KuntlerInnen, SchrifstellerInenn und DichterInnen standen verschiedenen Gebäude für Ateliers und Werkstätten zur Verfügung. Somit verwandelte Strohl das Gelände der Villa in eine wahre Kunsthochburg und ein Laboratorium kreativen Schaffens. Zu den bekannten Namen unter den ehemaligen Bewohnern der Residenz gehört Rainer Maria Rilke (1875–1926). Der als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts geltende Rilke wohnte zwischen 1903 und 1904 im sogenannten "Studio al Ponte", einem der Gebäude im nördlichste Teil des Parks. Von hier aus arbeitete er unter anderem am Anfang seines Romans Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Ihm ist diese Bachelorarbeit gewidmet.
Mit Blick auf die kulturell und künstlerisch reiche Vergangenheit dieses römischen Ortes soll eine neue Residenz für LiteraturstipendiatInnen auf dem Gelände der Villa entworfen werden. Was soll der Entwurf einsamen Kunstschaffenden in einer Oase im Herzen des hektischen Roms bieten, damit sie ihrer schöpferischen Tätigkeit umfassend nachgehen können? Welches Gleichgewicht zwischen Individuum und Gemeinschaft wird angestrebt? In welcher Weise bzw. mit welchen Räumlichkeiten kann sich dieser zurückhaltende und introvertierte Ort, der dem künstlerischen Schaffen gewidmet ist, bei öffentlichen Veranstaltungen rund um Literatur und Kunst für externe Besucher öffnen?
Die Einführung in die Aufgabenstellung der Bachelorarbeit findet am Dienstag, den 14.04.2026 um 10:00 Uhr im Seminarraum R209 des Lehr- und Forschungsgebiets Raumgestaltung statt.
Die wöchentlichen Treffen und Betreuungen finden dienstags in den Räumen des Lehr- und Forschungsgebiets Raumgestaltung statt. Etwaige Änderungen dieses Zeitplans werden von der Kursleitung im Voraus bekannt gegeben.
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Am Mittwoch, den 01.04.2026 findet um 14:00 Uhr eine allgemeine Vorstellung der Lehrveranstaltungen und Projekte des Lehr- und Forschungsgebiet Raumgestaltung digital via Zoom statt:
https://rwth.zoom-x.de/j/62871727513?pwd=Pz9PAeNWWiQATEpl1y0SLsbumeNfxX.1
Meeting-ID: 628 7172 7513
Kenncode: 092853
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[1] Rainer Maria Rilke, "Der junge Bildner". Aus: Rilke, Rainer Maria. Erste Gedichte / Rainer Maria Rilke. 17.-19. Tsd. Leipzig: Insel-Verl., 1928, S. 33
Module: BA - Rilke´s Rom, Haus der Poesie - Villa Strohl-Fern
Module Code: 20.00080
Semester: SS
Jahr: 2026